Immer mehr Lava quillt hervor und der Barbar schreit den Magier an.

Mach etwas dagegen! So langsam wird es ungemütlich!

Der Magier macht das einzige was ihm in so einer Situation einfällt...

Er rennt weg und zwar in Richtung Truhe. Diese fängt an Hungrig zu grinsen.

Eric folgt ihm auf dem Fuße.

Typisch Magier. Das einzige was ihr richtig könnt, ist weglaufen.

Aber auch er folgt dem Magier und hält ihn zurück, bevor dieser in Reichweite der Truhe kommt.

Allen dreien bluten die Füße. Die Sohlen ihres Schuhwerks konnte die Hitze nicht lange zurück halten und da der Magier keinen Heilzauber mehr übrig hat, werden sie leider langsamer unterwegs sein.

Vorsichtig schlurft der Barbar näher an die Truhe. Er weiß das er durch die Verwundungen nicht mehr so flink auf den Beinen ist und deshalb kräftiger zuschlagen muss.

Die Truhe knickt ihre vordere Beinreihe ein. Gerade so, als ob sie zum Sprung ansetzen würde. Der Barbar greift seine Waffe fester und sieht die Truhe entschlossen an.

Was dann geschah ging so schnell, dass der Magier später behauptete, dass der Barbar Magie beherrschen würde.

Die Truhe sprang mit einer aberwitzigen Geschwindigkeit auf den Barbaren zu. Dieser fuhr Zeitgleich mit seiner Waffe herunter und steckte sein gesamtes Körpergewicht und seine gesamte Kraft in diesen einen Schlag.

Der Schlag traf die Truhe genau in der Mitte ihrer Lade, zertrümmerte diese und warf die Truhe zu Boden.

Ihres "Kopfes" beraupt, wurde die Truhe zu dem was sie eigentlich war. Eine ganz normale Truhe, in welche man Gegenstände legen konnte.

Vorsichtig stößt der Barbar die Truhe mit seinem Schwert an. Selbst er kann nicht glauben, dass er es geschafft hat.

Mit einem lauten Poltern fallen die Bruchstücke des Truhendeckels herunter und offenbaren einen Schatz voller Gold, Edelsteine und feinstem Geschmeide.

So hatte sich die Befreiung aus Finanzieller Sicht absolut gelohnt.

Der Magier wußte das er seine Spielschulden bezahlen konnte und danach noch mehr als genug Gold zum Leben übrig hatte.

Der Barbar sah sich schon bei einem großem Saufgelage, mit vielen Weibern und Gesang von seinen Heldentaten erzählen.

Beide stopften sich die Taschen voll und auch Eric musste beim Tragen helfen. Es war so viel, dass sie nicht alles mitnehmen würden können.

Langsam und immer wieder einen Schmerzensschrei unterdrückend schlurfte die Gruppe weiter durch die Gänge auf den Ort zu, wo vor nicht all zu langer Zeit ein Fallgatter ihren Rückweg versperrt hatte.

Ihre Hoffnung war, dass dieses Gatter nach dem Tod des Gnoms auch verschwunden war. Aber ihre Hoffnung wurde jäh zerstört, als sie sahen, dass das Fallgatter immer noch ihren Rückweg versperrte.

Was nun?

Blieb einzig der Weg über die Treppe im Kerker. Dort wo vorher so viele Skelettkrieger herunter gekommen waren.

Nach dem Tod des Gnoms hatten sie in der Ferne Explosionen gehört. Vielleicht war die Ursache der vielen Skelettkrieger ja ein Dämonenkristall gewesen, welcher jetzt zerstört war.

Müde und erschöpft beschließen sie die Treppe zu ersteigen. Am Ende der Treppe ging es in einen großen Raum.

Aber was war das? In der Mitte des Raumes war ein tiefer Graben, an dessen Boden sich spitz zulaufende Sperre befanden.

Und die einzige Möglichkeit über diesen Graben war, in dem man über zwei Säulen sprang, welche daraus hervor ragten.

Und das mit ihren blutenden Füßen.

Der Barbar nahm kurzentschlossen Anlauf und sprang auf die erste Säule und danach auf die zweite Säule. Beim letzten Sprung rutschte er ab und knallte mit voller Wucht an die Grubenwand.

Er konnte sich gerade noch so am Rand der Gruppe festhalten und zog sich dann schnaufend herauf. So langsam war auch er am Ende seiner Kräfte angekommen.

Dem Magier erging es nicht viel besser. Er knallte nach dem Sprung auf die zweite Säule zuerst mit seinem Gesicht auf. Aber lieber ein schmerzendes Gesicht, als eine sehr tiefgehende Akkupunktur von den unter ihm befindlichen Sperren.

Eric schaffte der ersten Sprung, den zweiten Sprung und beim dritten Sprung wollte er kurz vor der Kante abstoppen, rutschte über diese hinaus und fiehl nach unten.

Nach unten in Richtung der Sperre.

Der Magier zauberte aus einem Reflex heraus den Spruch "Steinhaut" auf Eric und anstatt das ihn die Sperre durchbohrten, zerschlug er sie in tausend kleine Stücke als sein jetzt Steinharter Körper auf diese traf.

Der Barbar stieß die Luft aus, welche er unbewußt angehalten hatte.

Gemeinsam zogen sie Eric aus der Grube und alle waren froh, dass diese Falle kein Opfer von ihnen gefordert hatte.

Und weiter zieht die Gruppe. Immer tiefer in die dunklen Gänge hinein.

Nach ein paar Schritten kommen sie an das Ende des Ganges. Vor ihnen liegt nichts.

Das Licht ihrer Fackeln reicht nicht weit genug um die Dunkelheit zu durchdringen die sich vor ihnen befindet.

Genau vor ihnen geht es tief runter. Wie tief weiß niemand. Und über ihnen ist auch nur Schwärze zu sehen.

Und durch die Dunkelheit vor ihnen führt eine alte Hängebrücke, an der die meißten Seile schon gerissen sind. Was übrig ist, sind ein paar morsche Bretter, welche auf zwei Seilen liegen.

Ihr seid Wahnsinnig wenn ihr da hinüber geht schreit Eric und macht Anstalten sich umzudrehen und davon zu rennen.

Kurzentschlossen greift der Barbar nach ihm und hält ihn sich vor sein Gesicht.

Du kommst mit uns. Entweder läufst du auf deinen eigenen Füßen, oder ich trage dich hinüber, nachdem ich dich zusammen geschlagen habe.

Ängstlich und mit großen Augen sieht Eric den Barbaren an. Da dieser ihm keine wirklich Wahl ließ, beschloss er den beiden über diese "Brücke" zu folgen.

Vorsichtig setzen allen drei einen Fuß vor dem anderen. Die Brücke schwankte gefährlich hin und her und mehr als einmal wäre einer von ihnen beinahe in das Nichts unter ihnen gefallen.

Nach ein paar Metern sahen sie schon das Ende der Brücke.

Wenn die Brücke so kurz war, wieso konnte dann das Licht ihrer Fackeln die andere Seite nicht erreichen?

Um was war dies für ein seltsames Geräusch was immer lauter wurde?

Es hörte sich gerade so an, als ob jemand schwer atmen würde.

Gerade als sie alle das rettende Ende der Brücke erreicht hatten, wurden die Dunkelheit vor ihnen irgendwie... dünner...

Es schien gerade so, als ob sie sich wie ein Nebel verhalten würde, der sich zurück zog.

Und Mitten in dieser sich auflösenden Dunkelheit war ein Ball, welcher in der Luft zu hängen schien.

Ein Ball der schwebte?

Der Magier wußte, dass er so etwas schon einmal gesehen gesehen hatte. Nur wo?

Er beschloss seine Fackel in Richtung dieses Balls zu werfen und tat dies auch.

In einem langen Bogen flog diese durch die Luft, erhellte einen weiteren vor ihnen liegenden Abgrund über den eine Steinbrücke führte und kam dann funkend stobend auf der anderen Seite zu liegen.

Direkt vor einem Beholder!

Mit einem wütenden Brüllen wachte dieser auf und reckte seine vielen auf langen Tentakeln ruhenden Augen suchend aus.

Suchend wer ihn geweckt hatte und mit diesem hellen Licht blendete.

Der Barbar sah den Beholder entsetzt an und sagte zu dem Magier:

Wenn wir es hier lebend rausschaffen, werde ich euch einen Arm brechen. Ihr hättet es nur noch schlimmer machen können für uns, wenn ihr ihn mit der Fackel direkt getroffen hättet.

Der Beholder selbst hatte die Ursache seiner Stöhrung ausgemacht und wollte sich gerade auf die Gruppe zubewegen, als der Barbar sich ihm entschlossen auf der Brücke in den Weg stellte.

Da zucken auch schon die ersten Tentakeln hervor und der Beholder versucht den Barbaren zu packen um ihn in sein großes Maul zu ziehen.

Der Rest würde seine scharfen Zähne dann erledigen.

Aber der Barbar hatte nicht vor hier zu sterben. Immer wieder fuhr seine Waffe herab und Tentakel auf Tentakel fiehl abgetrennt zu Boden.

Wütend und verletzt drang der Beholder immer mehr auf den Barbaren ein. Dieser wurde Schritt um Schritt zurück gedrängt.

Der Magier, welcher die Ganze Zeit im Hintergrund gestanden hatte beschloss seine Kraftreserven zu verwenden und einen letzten Zauber zu sprechen.

Er wußte nicht ob er dies überleben würde. Er war schon viel zu stark geschwächt, aber was blieb ihm schon übrig?

Der sichere grausame Tod durch den Beholder oder einen eventuell durch Erschöpfung eintretenden Tod.

Da zog er doch letzteres vor.

Er begann einen Sturmzauber mit allem was dazugehört zu sprechen. Einen mit Hagel, Blitzen und Luftwirbeln die es in sich hatten.

Stoßt ihn von euch weg und bleibt ihm fern schrie er zu dem Barbaren hinüber.

Dieser nickte und schlug dem Beholder seine Waffe in eines seiner drei Tentakel auf dem er Stand hinein.

Der Beholder wich als Reaktion darauf von dem Barbaren weg und baute sich für einen erneuten Angriff auf als ihn der Zauber des Magiers traff.

Der um ihn enstehende Luftwirbel war so stark, dass er seine Tentakel um die Brücke zu schlingen begann. Aber auch das half ihm nicht, den jetzt flogen die ersten Hagelkörner auf ihn zu.

Und diese waren groß wie eine Faust und in Flugrichtung spitz zulaufend. Immer mehr Tentakel wurden ihm abgetrennt, sein Körper war voller Wunden und das Blut floß in Strömen.

Als ob dies nicht schon genug wäre, Schlug ein gewaltiger Blitz in seinen Körper ein. Dieser war so stark, dass der Beholder wild zuckte.

Aber noch immer war er nicht besiegt.

Gerade als der Zauber des Magiers begann abzuklingen, nahm der Barbar Anlauf, sprach hoch in die Luft und rammte seine Schwert mit einem lauten Schrei mit voller Wucht durch den Beholder hindurch.

Dies tat er so fest, dass das Schwert sogar in den unter dem Beholder liegenden Stein eindrang und Stücke daraus hervor brach.

Der Beholder war tot und wie zur Bestätigung rutschten die Reste über den Rand der Brücke ab und fiehlen in den Abgrund darunter.

Froh noch zu Leben und hoffend das keine weitere Gefahr auf sie lauerte ging die Gruppe weiter.

Nach wenigen Metern kamen sie an eine Treppe, welche sie weiter in den Berg hinein führte.

Einen Gang später und sie standen vor dem Eingang zu einem kleinen Raum.

Es führte nur ein Weg hinein und kein weiterer wieder hinaus.

Eine Sackgasse!

Sie hatten all diese Mühen und Gefahren auf sich genommen, nur um hier in einer Sackgasse zu landen?

Hatten sie vielleicht etwas übersehen?

Da sie keinerlei Lust hatten, wieder zurück gehen zu müssen, beschlossen sie sich den Raum genauer anzusehen.

In dem Raum selbst befanden sich an einer Wand aufgereiht drei Gegenstände.

Ein schlichter Leinensack, ein steinerner Totenschädel und ein goldener Totenschädel.

Verwundert näherte sich die Gruppe dieser Gegenstände.

Genau in dem Moment wo der letzte von ihnen den Raum betreten hatte, verwandelte sich der Durchgang durch den sie gekommen waren in eine massive Wand.

Sie waren genau in eine Falle gelaufen!

Und aus dem Nichts heraus sprach eine Stimme zu ihnen:

Ihr habt mich zwar getötet, aber vorher hatte ich noch die Chance euch diese Falle zu stellen.

Da ich das Spiel liebe, gebe ich euch eine Chance hier lebend heraus zu kommen.

Wählt einen der vor euch liegenden Gegenstände aus und ihr werdet sehen was geschieht.

Macht ihr nichts, werde ihr hier qualvoll ersticken.

Viel Zeit habt ihr nicht mehr!

Mit einem hämmischen Lachen endet die Stimme. Es war die Stimme des von ihnen getöteten Gnoms.

Das Buch hatte sie also nicht nur ein mal angelogen! Der Gnom konnte doch mehr als nur den einen Spruch.

Vor ihnen erschien eine große Sanduhr in der Luft und immer mehr Sand floss in die untere Hälfte der Sanduhr.

Und auch ihre Fackeln flackerten immer mehr. Die Luft wurde langsam knapp in diesem kleinen Raum.

Viel zeit blieb ihnen wirklich nicht mehr.

Wie sollten sie sich entscheiden?

Sollten sie den Leinensack nehmen? Er konnte durchaus auch als Symbol für einen Leichensack dienen.

Oder den Totenschädel aus Stein? Öffnete er vielleicht die Wand hinter ihnen wieder?

Oder der Totenschädel aus Gold? Würden sie mit Gold überhäuft werden und die Wand sich öffnen?

Immer mehr Sand verrann und die Luft im Raum wurde immer stickiger.

Genervt drehte der Barbar sich zu den anderen um und sagte:

Was auch immer ihr macht, ich greife mir jetzt den Sack und stopfe die Schädel hinein. Vielleicht hilft dies.

Und gerade als er den Leinensack aufhebt ertönnt die Stimme erneut.

NEIIIINNNNN...

Das gilt nicht! Wieso habt ihr nicht den Totenschädel aus Stein genommen?

Dann währt ihr jetzt Steinstatuen geworden, oder der aus Gold?

Dann währt ihr jetzt aus Gold!

NEIIIINNN...

Mit einem letzten Aufschrei erstirbt die Stimme und die vor ihnen liegende Wand verwandelt sich zu einer Tür.

Eine Tür, welche in eine alte Ruine am Berghang führt.

Sie hatten es geschafft!

Endlich in Freiheit und an der frischen Luft, atmete die Gruppe tief durch.

Sie hatten alle Gefahren überlebt, ihren Auftrag ausgeführt für den sie gut bezahlt werden würden und darüber hinaus auch noch reiche Beute gemacht.

Da taten die vielen Wunden nur noch halb so viel weh.

Langsam schlurften sie weg von dem Berg, immer in Richtung Stadt und trotz dem Schmerzen lächelten sie.